Wer schöne, gesunde Zähne haben und erhalten möchte, muss sie gründlich pflegen – das lernen wir bereits im Kindesalter. Darüber hinaus ist es jedoch ebenso wichtig, in regelmäßigen Zeitabständen eine professionelle Zahnreinigung vornehmen zu lassen. Die Bedeutung dieser Prophylaxe-Sitzung wird nach wie vor unterschätzt.

Bereits vor vielen Jahren stellte der schwedische Zahnarzt Dr. Axelsson fest, dass die Zähne von Patienten, die ihren Zahnarzt regelmäßig zur Kontrolle aufsuchten, nicht unbedingt besser waren als die Zähne von Patienten, die nur bei Schmerzen zum Zahnarzt gingen. Über wirklich gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch konnte sich der Studie zufolge nur freuen, wer diese regelmäßig professionell reinigen ließ. Die Ergebnisse zahlreicher Langzeitstudien bestätigen diese Erkenntnis.

Gesunde, gepflegte Zähne sind nicht nur für das Aussehen und Selbstwertgefühl eines Menschen wichtig, sondern auch für dessen Allgemeingesundheit. Denn die Wechselbeziehung zwischen Mundgesundheit und der Gesundheit des Gesamtorganismus ist bewiesen. Da die professionelle Zahnreinigung so wichtig für gesunde Zähne ist, gehört sie zu den Schwerpunkten in unserer Ordination und wird von einem eigenen, speziell ausgebildeten Prophylaxe-Team durchgeführt.

Da die professionelle Zahnreinigung so wichtig für gesunde Zähne ist, gehört sie zu den Schwerpunkten in unserer Ordination und wird von einem eigenen, speziell ausgebildeten Prophylaxe-Team durchgeführt.

Bei der professionellen Zahnreinigung werden alle harten und weichen Beläge sowie bakterieller Biofilm in den Zahnfleischtaschen und von den Zahnoberflächen entfernt. Karies und Zahnbetterkrankungen können so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Da selbst die gründlichste Zahnpflege gegenüber hartnäckigen Belägen machtlos ist, ist die professionelle Zahnreinigung eine unverzichtbare Ergänzung zur Zahnpflege zu Hause. Und die beste Vorsorge, seine eigenen Zähne bis ins hohe Alter zu erhalten.

Zu Beginn werden Beläge und bakterielle Ablagerungen von den Zähnen, aus den Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen entfernt. Dazu benutzen wir ein schonendes Ultraschallgerät sowie ein sanftes Pulverstrahlgerät der neuesten Generation, Handinstrumente, kleine Bürstchen und Zahnseide. Auch hartnäckige Verfärbungen, die beispielsweise durch den Genuss von zum Beispiel Kaffee, Tee, Rotwein oder Nikotin entstehen, werden beseitigt. Die dann folgende Politur zur Glättung der Zähne erschwert es später den Bakterien, sich festzusetzen. Denn Bakterien bevorzugen kleinste Furchen und Unebenheiten – also genau jene Stellen, wo sich der Biofilm (früher Plaque genannt) festsetzt und wo mit der Zahnbürste eine Reinigung nur schlecht oder gar nicht möglich ist.

Anschließend tragen wir Fluorid auf die gereinigten Zahnflächen auf, das vor den aggressiven Säuren der Mundbakterien schützt. Das von uns verwendete Fluorid ist deutlich höher konzentriert als das in normaler Zahncreme und dementsprechend wirksamer. Eine individuelle Beratung zur optimalen Zahnpflege bildet den Abschluss der Behandlung.
Die Dauer hängt von der Anzahl der zu behandelnden Zähne, der Menge an Zahnbelägen sowie von der Auswahl der Instrumente ab.

Studien (Prof. Dr. Axelsson und Dr. Lindhe) haben eindrucksvoll belegt, dass regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigungen das Risiko erheblich reduzieren, an Karies oder Parodontitis zu erkranken. Daher sollten auch gesunde Patienten oder solche mit niedrigem Risiko für Karies- oder Parodontalerkrankungen ein- bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Für Patienten mit einem hohen Erkrankungsrisiko, ungünstigen Mundhygienebedingunen, starker Neigung zu harten, mineralisierten Ablagerungen oder solchen mit tiefen Zahnfleischtaschen kann eine professionelle Zahnreinigung bis zu vier Mal im Jahr sinnvoll sein. Auch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, regelmäßige Medikamenteneinnahme oder Lebenssituationen mit viel negativem Stress können die Mundgesundheit beeinträchtigen
und häufigere professionelle Zahnreinigungen erforderlich machen. Zusammen mit unserem Prophylaxe-Team erstellen wir ein Risikoprofil, um ein für Sie passendes Zeitintervall für die professionelle Zahnreinigung festzulegen.

Dies ist sehr stark von der häuslichen Mundhygiene der Kinder abhängig. Sind bei Kindern starke Beläge vorhanden, ist auch hier eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll um potenzielle Schäden an Zähnen und Zahnfleisch zu vermeiden. Anschließend an die Reinigung bekommen Kinder von uns ein Zahnputztraining, um sie zu einem gründlicheren Zähneputzen zu motivieren.

Für Erwachsene ist die professionelle Zahnreinigung nach wie vor eine reine Privatleistung. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren übernehmen die Krankenkassen in der Regel einmal jährlich einen Großteil der Kosten für eine Zahnreinigung. Bei Kindern und Jugendlichen mit einer festsitzenden Gratiszahnspange gibt es sogar zweimal jährlich eine Bezuschussung.

Etwa 3 von 4 Menschen leiden irgendwann im Laufe ihres Lebens einmal an Parodontitis und mehr als 50% des Zahnverlustes in der Bevölkerung ist auf diese Erkrankung zurückzuführen. Normalerweise schreitet sie relativ langsam voran. Dadurch treten schwerere Schäden oft erst in der zweiten Lebenshälfte in Erscheinung.

Ein kleiner Teil der Bevölkerung leidet jedoch an einer schweren Form der Parodontitis, bei der oft schon in jungen Jahren grosse Schäden innerhalb kurzer Zeit entstehen und das Risiko für ein Wiederauftreten auch nach Behandlung höher ist.

Von vielen Menschen bleibt eine Parodontitis lange Zeit unbemerkt, da ihr Verlauf anfangs schmerzfrei ist. Ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln ist daher wichtig. Denn eine unbehandelte Parodontitis ist die häufigste Ursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter. Und was nur wenige wissen: Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen den Zusammenhang mit verschiedensten Allgemeinerkrankungen. Denn über den Blutweg gelangen die Bakterien in den ganzen Körper und stellen dort ein hohes Risiko für die allgemeine Gesundheit dar. So gilt eine Parodontitis beispielsweise als größter einzelner Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen.

Eine Parodontitis wird durch Bakterien ausgelöst, die auf nicht entfernten Zahnbelägen wachsen. Je nach Entwicklungsdauer können diese Bakterien den Zahnhalteapparat schädigen oder gar zum Zahnverlust führen. Werden die Beläge und mit ihnen die Bakterien entfernt – was bei einer Parodontitis nur durch zahnärztliche Maßnahmen zu erreichen ist – geht die Entzündung in der Regel zurück. Bleiben die Beläge aber als ständige Bakterienquelle erhalten, resorbiert der Knochen und es kommt zu einer Zahnlockerung bis hin zum Zahnverlust.

Das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken kann neben der bakteriellen Infektion durch viele verschiedene Faktoren und Lebensgewohnheiten erhöht werden:

  • Schwer zu säubernde Nischen im Mundraum, verursacht durch alte Füllungen oder
    überstehende Kronenränder
  • Rauchen – die Gefahr an einer Parodontitis zu erkranken ist um vier- bis sechs Mal höher als
    bei Nichtrauchern
  • Übergewicht, Stress, falsche Ernährung, hormonelle Störungen, Erkrankungen wie Diabetes
    und zu hoher Blutdruck
  • Funktionsstörungen des Kausystems, wie z.B. nächtliches Knirschen
  • Schwangerschaft – durch die Hormonumstellung lockert das Bindegewebe auf, das Zahnfleisch
    schwillt an und Bakterien können leichter in die Tiefe vordringen

Je früher eine Parodontitis erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Aussichten auf Heilung. Wir helfen Ihnen mit einer ausführlichen Beratung und einem individuellen Therapiekonzept.

Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Das Innere des Zahns“. Am Anfang ist es häufig nur ein kaum wahrnehmbarer Schmerz. Der Zahn reagiert plötzlich empfindlich auf Temperaturunterschiede oder Druck. Die Ursache liegt im Zahninneren. Ist die Pulpa, der „Zahnnerv“, entzündet, dann sollte schnell zahnmedizinisch eingegriffen werden, denn sonst droht der Verlust des erkrankten Zahnes.

Sind Zahnschmelz und Dentin gesund, bilden sie eine robuste „Schutzhülle“ für die Pulpa. Ist dieser Schutz beeinträchtigt, kann sich eine Pulpitis entwickeln – eine Schädigung des Gewebes im Sinne einer Entzündung. Im ungünstigsten Fall kann eine Pulpitis zum Absterben der Pulpa führen. Die häufigsten Ursachen dafür sind:

  • Eine Infektion mit Kariesbakterien: Bleibt eine Karies unbehandelt, dringen die Keime in das Innere des Zahnes ein, infizieren das Gewebe und lösen eine Entzündung aus. Der Zahn wird empfindlich und beginnt zu schmerzen. Schreitet die Entzündung weiter fort, stirbt die Pulpa langsam ab. Über die Wurzelspitze wandern die Bakterien in den Kieferknochen. Es entstehen Abszesse und die betroffene Gesichtspartie schwillt an.

  • Äußere Einwirkungen: Ein verletzter Kieferknochen oder ein Bruch von Zahnkrone und/oder Zahnwurzel können die lebenswichtige Gefäßverbindung zur Pulpa abtrennen, die Pulpa stark schädigen oder sogar ganz freilegen. Ohne die schützende Zahnhartsubstanz ist die Pulpa denAngriffen von Bakterien ausgesetzt.

  • Parodontale Erkrankungen oder Erkrankungen des Kieferknochens können ebenfalls eine Pulpitis auslösen. Im Anfangsstadium kann eine Pulpitis unter Umständen erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Ist die Infektion jedoch schon zu weit fortgeschritten und die Pulpa stark geschädigt, kann der betroffene Zahn in der Regel nur mehr durch eine Wurzelkanalbehandlung gerettet werden.

Unter örtlicher Betäubung wird zunächst die Zahnhartsubstanz abgetragen und der Zahnnerv freigelegt. Hierbei ist es wichtig, sämtliche vorhandenen Wurzelkanäle zu finden und mit Hilfe kleiner Messfeilen ihre exakte Länge zu bestimmen. Das entzündete bzw. abgestorbene Gewebe wird vorsichtig aus den Wurzelkanälen entfernt, dann werden diese gründlich gereinigt und desinfiziert. Anschließend werden die Kanäle getrocknet und die Wurzelkanalfüllung eingebracht – eine Mischung aus Wurzelkanalzement und bioverträglichem Guttapercha.

Abschließend wird der Zahn möglichst minimalinvasiv versorgt, abhängig von der Defektgröße mit einer Füllung, einem Inlay oder einer Krone.

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